Thursday, March 3

The blooming of madness

03/03/16


Manchmal fühlt sich das Leben so an, als würde man im Hallenbad die Luft anhalten und untertauchen. Man hört noch die lauten Stimmen, das wirre Gespräch der Leute, die stampfenden Schritte auf nassem Boden; sieht, wie die Menschen strampeln, sie vorankommen, wenn auch mühsam und wenig grazil. Doch da bist du, der die Luft anhält, unter Wasser, und alles nur noch gedämpft wahrnimmt. Alles was du siehst, zieht bloß an dir vorbei, in Zeitlupe beinahe, und es kommt einem so vor, als wäre man selbst auf ewig stehen geblieben, der stille Beobachter für den Rest der nun unendlich wirkenden Zeit. Während die Anderen weiter schwimmen, beginnt irgendwann auch deine Luft auszugehen, die Augen fangen an zu brennen und die gedämpften Laute verstummen ganz. Und selbst wenn dich jemand hochzieht aus dem Wasser, ist es, als wäre da für immer dieses Wasser in den Ohren, das du niemals loswerden würdest.

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In meinem Seminar heute, haben wir über erste Eindrücke gesprochen. In Gruppen sollte man dann jeweils die Personen anhand des ersten Eindrucks charakterisieren. So wurde ich beschrieben:
distanziert, unnahbar, desinteressiert, sarkastisch, ehrlich, einschüchternd, unergründlich, psycho.
Natürlich sagte man das "psycho" mit einem Grinsen im Gesicht, doch letztendlich ist es trotzdem das, was man denkt. Über mich.

Ich frage mich oft, warum ich so sein muss. Und warum das oben genannte auch so stark auf mich zutrifft. Warum habe ich dauernd das Gefühl, ich müsste mich vor allem schützen, mich vor allem abwehren, nichts heranlassen, nichts durchdringen lassen. Während ich dauernd darüber spreche, dass mich niemand kennt, tue ich rein garnichts dafür, dass mich Menschen überhaupt kennenlernen können. Ich bin ein verdammter Widerspruch in fast allem, was ich tue.
Und weil ich nie weiß, was ich will, werde ich wohl nie wirklich zufrieden mit dem sein, das ich habe.
Und weil ich nie weiß, wer ich sein will, werde ich wohl nie wirklich zufrieden mit dem sein, das ich bin.

Aber wie kann ich jemanden in mein Leben lassen, wenn ich dauernd mit mir selbst so beschäftigt bin. Es gibt nichts mehr, das ich hasse, als meinen Kopf. Und ich merke, dass jetzt wieder eine Zeit kommt, in der ich mich dort viel aufhalten werde. Ich frage mich, wie so ein Leben ist, ohne Angst.

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I swear this isn't the end

But I still feel so alone

Even when I'm surrounded by my best friends

Word's can't penetrate
A tree in the wind
I bend

Falling faster into the depths
I'm falling, I'm falling
Under such depression, I can barely even catch my breath
Words can't mend and love does not sink in
Why can't I see your face?

Clawing at my chest

Looking for some sort of reprieve

I swear this isn't the end

But when will I feel comfortable in my own skin?

Knowing fundamental truth
Doesn't seem to matter

After such tremendous abuse
Cause I've worked this ground since my youth
And still, the land has yet to bare any sort of fruit
I'll continue to toil and plow
Hoping one day I'll make you proud
'What have a got to show?'
As I wipe the sweat from my brow

So tired, so tired of showing love so deep
That most aren't even willing to feel
See what I've seen
Open your eyes and recognize that this is real
This season brings darkness so profound
I've become lost and can't seem to be found
Contorted, racked with pain
I know I should feel free, yet I continue to sing this sad refrain
I can't sleep and food has lost its taste
God, I'm so sick of this place

(Being as an Ocean - This Loneliness Won't Be The Death of Me)

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Ich brauche Zeit. Alleine und für mich. Ich will niemanden sehen, niemanden hören, ich muss mich endlich ordnen, ich komme nicht zurecht mit diesem Chaos. Ich will mein Handy aus dem Fenster schmeißen, ich kann diese unfassbar sinnlosen Dinge nicht mehr hören.


So weit wie ich es jetzt bin, war ich glaube ich noch nie.


7 comments:

Gia. said...

es ist schon interessant, wie ich all das komplett nachempfinden kann was du sagst. an diesem punkt war ich auch so oft schon.. das problem ist, wenn ich dann alleine bin und diese zeit habe, zerfrisst mich fast die einsamkeit. wir sind schon komische geschöpfe alle miteinander.
liebe an dich (auch unbekannterweise)

Anonymous said...

wow, deine texte sind toll. aber bitte, leg die klinge weg. schmeiße sie weg! du wirst geliebt.

Anonymous said...

Was meinst du genau... ritzt du dich? Alles wird gut.

Peter Chinaski said...

"Du wirst geliebt"..."Alles wird gut"...

Ihr (bzw. du[?]) seid doch verdammte Idioten.

Anonymous said...

Wieso?

Piotr F. said...
This comment has been removed by the author.
Piotr F. said...

Entschuldigung.