Monday, December 21

Where is my mind????




"Ich dachte immer, der Wahnsinn überfällt einen, aber das stimmt nicht. Man sucht ihn auf, man lädt ihn ein, man lässt ihn zu und betrachtet voll Spannung, wie man selbst ihn noch ein bisschen mit sich spielen lässt, um zu sehen, was er alles noch mit einem anstellt. Es ist ein Ausprobieren, ein Scheingefecht, mal sehen, wie weit man zu gehen wagt, wie verrückt man zu werden wagt. Doch dieser Andere in uns, der alles kontrolliert, der auf uns aufpasst, wenn es nötig ist, der ist geschwächt. bleibt aber anwesend.
Verrückt werden, heißt völlig den Verstand verlieren, dachte ich, aber das stimmt nicht. Verstand ist genug da. Ich weiß verdammt gut, wie es mit mir steht."

"Die Welt war mit der Zeit so vorhersehbar geworden, immer das gleiche Lied. Ich wünschte, etwas würde mal anders verlaufen, eine Begegnung zum Beispiel, aber es läuft doch immer auf das gleiche hinaus, und dass es auf das gleiche hinausläuft, weiß ich schon nach ein paar Minuten. Ich sehne mich nach unvorhersehbaren Ereignissen, nach Momenten, deren Handlung ich nicht schon im voraus kenne, nach Begegnungen, mit Menschen, bei denen ich nicht sofort sagen kann, wie sie ablaufen werden. Die Vorhersehbarkeit anderer macht mich kalt und gleichgültig."

- aus "Die Gesetze" von Connie Palmen

Selten etwas gelesen, was mir selbst so nahe kommt. 

1 comment:

Namen sind Schall und Rauch said...

Wie drückt sich Dein vermeintlicher Wahnsinn aus? Frohe Weihnachten.