Wednesday, April 15

Ich kann fast den Himmel berühren



Es ist wie es ist, sagst du.
Ich sage, es ist wie du es sehen willst, dass es ist.
Da war etwas, das wir als Kinder alle wussten und wonach wir seither ständig auf der Suche waren, seit wir es verloren haben.

In verrosteten Rutschen der alten Grundschule, in verlassenen Schrebergärten außerhalb der Stadt, in allen Winkeln aus dem, was von uns geblieben ist. Suchen wir danach.
Früher waren wir noch zu klein um zu verstehen, heute sind wir schon zu groß um noch zu fragen. 
Zu fragen, wo es geblieben ist.
Verlegt zwischen all den anderen wichtigen Notizen auf Zetteln, an die wir uns vergessen haben zu erinnern.

Jetzt bauen wir nur noch Zelte in Menschen, ziehen dort ein mit Schlafsack und Kuscheltier und haben deshalb ständig Heimweh.
Oder kommen nicht an.

"Ich kann fast den Himmel berühren!" schreien die Kinder auf der Schaukel. Ich kann fast den Himmel berühren.

Es ist wie es ist, sagst du.
Es ist wie es ist.

             

2 comments:

Hannah Little Ocean said...

Manchmal werde ich melancholisch, wenn ich an meine Kindheit zurück denke. Es ist noch nicht so lange her, aber sie ist trotzdem vorbei. Vergangenheit. Ich hätte gerne wieder die Leichtigkeit,Vorstellungskraft und das Selbstbewusstsein eines Kindes.

Karls Sohn said...

Hi,
ich finde, dass gerade in diesem Gefühl des Rückblicks eine Sehnsucht wohnt. Doch wo ist dieses Ding, was uns diese Unbeschwertheit gab hin? Können wir es jemals wiederfinden?