Tuesday, March 3

Übermorgen


Ich habe schon immer alles unbewusst verarbeitet. Offene Kneipenschlägereien mit meinen Problemen liegen mir einfach nicht. Die Nervosität kurz vor den wichtigsten Tagen meines bisherigen Lebens, äußert sich nur in abgekauter Haut um die Fingernägel und ständigem Wippen.
  Es ist ein verdammt komisches Gefühl, zu dem ich einfach keine Worte finden kann. Das Ganze besonders eloquent auszuschmücken, ist aber auch nicht zielführend.
Gerade laufen die letzten Tage meiner Schulzeit. "Die Zeit ist so schnell vergangen"-Scheiße lasse ich jetzt einfach mal sein. Die letzten Wochen mit den Menschen, die ich mein halbes Leben lang fast jeden Tag gesehen habe. Verrückt. 
Nur bin ich auch nicht die Erste, die diese Worte hier nun zusammenschreibt um wenigstens ansatzweise diese Zeit zu beschreiben, die eben gerade ist. Wir werden bald aus der Bequemlichkeit gerissen. Aus dem Komfort, eines geregelten Tagesablaufs, bei dem man weiß wo man hin muss, nachdem man aufgestanden ist. Bald stehen wir barfuß da. Auf all dem, was wir in den letzten Jahren erreicht haben.  

Nächste Woche Freitag. Um genau zu sein in 9 Tagen. Neun Tage und sechs Stunden sind es, bis ich aufwachen werde, alleine in der Wohnung, mir einen Kaffee machen werde, und einmal tief atmen. Meinen Kater Oskar drücken. Einmal tief atmen und losfahren. Mir selbst Glück wünschen, den Kugelschreiber nochmal überprüfen. Atmen. Damit ich es nicht vergesse. Dann werde ich schreiben. Es wird gut sein.
Das muss es einfach. 

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