Saturday, March 7

Ich denke, also will ich.


Ist es tatsächlich so, dass man dermaßen verbittert sein kann und wahllos nach Fehlern im Anderen sucht, um diese in die Unsicherheit zu zwingen? Entweder ich bekomme keine Antworten oder ich bekomme solche, die keinerlei Erkenntnisgewinn für beide Seiten haben. Ich weiß nicht woher dieser negative Tatendrang kommt. Bloße Langeweile und/oder amüsierte Boshaftigkeit sind wohl von gewaltiger Antriebskraft, die ich mir kaum erklären kann. (Aber das ist auch nicht meine Aufgabe.)
Man sollte sich fragen: ist diese Aussage tatsächlich von Wert oder nur eine weitere Leerformel, deren Wahrheitsgehalt nicht in Reichweite liegt? 

Das ist es was unsere Generation ausmacht. Man lese sich die Kommentare zu einem zufällig ausgewählten Artikel durch und schon wird man sich dem Ausmaß bewusst. Alles ist beschissen, alles Lüge, alles Nichtigkeiten, denn nur der gebildete Verstand des Einzelnen weiß es besser. Gibt es überhaupt noch etwas, das für unsere Generation erträglich ist? Diese Pauschalisierungsmechanismen verursachen bei mir täglich Kopfschmerzen; zusätzlich zu denen, die ich bereits habe. Ganz egal wovon ein Beitrag handelt, ist er entweder völlig verdreht oder nur ein Sack Reis, der niemanden interessiert. Im Internet werden plötzlich alle zu Politikwissenschaftlern und Experten breit gefächerter Bereiche, nur bleibt die Analyse eben auf Niveau eines Kneipengesprächs. Das ist der richtige Weg zum kritischen Verstand. Nur noch absolute Zahlen. Absolute Aussagen. Einfach alles scheiße finden. Man bediene sich seiner Vernunft um alles zu verneinen, was einem in den Weg kommt. Willkommen in der Idiokratie Deutschland. 
"Was ich sage ist Gesetz, denn ich habe den Spiegel gelesen und verstanden, dass es die Bild der Akademiker ist. Somit ist keine Quelle mehr vertauenswürdig, die USA sowieso Schuld und den Fernseher schmeiße ich morgen aus dem Fenster." 

Und da sind wir auch schon fast bei der Lügenpresse, aber das ist ja ein separates Thema.

Habt ihr eigentlich noch etwas zu sagen oder ist der Kopf so leer, dass nur noch auf sinnfreie Kommentare zurückgegriffen werden muss? 

2 comments:

Namen sind Schall und Rauch said...

ich kenne den Spruch. und ich finde ihn auch grundsätzlich zutreffend. denn am Ende wird das gute gewinnen. aber es gibt diese Zeiten wo der Schleier kaum Licht durchlässt. nunja. so ist das halt.

und zu deiner Aufforderung: liebe.

Karls Sohn said...

Einen guten Abend oder eher eine gute Nacht,
so mag es sein, dass unsere Generation durchzogen ist von Adern in diesen der Pessimismus fließt.
Doch in meiner Umgebung ist das bejahen der Welt ein Problem ist. Hiermit ist jedoch nicht das bejahen vom Leben oder der Lebensfreude gemeint, sondern vielmehr der Zustände. In meinem Umfeld interessiert man sich nicht für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Nur wenn die GEsellschaft Cannabis legalisieren will, stellen die Jugendlichen ihre verbogenen Antennen auf Empfang.
Und vielleicht ist dies der Affekt aus der Frage, ob für uns noch etwas erträglich ist? Sind wir nur Opfer der Umgebung?
Ganz sicher ist diese Analyse nur auf dem Niveau eines "Kniepengesprächs", wie du es so wunderbar betitelt hast. Doch aus Kneipengesprächen sind schon Revolutionen entstanden und selbst Kant, Nietzsche und Schopenhauer saßen einst in einer Kneipe und sahen die Probleme.
Ich hoffe ich kann ein Beweis dafür sein, dass es noch etwas zu sagen gibt. Auch wenn man erst auf sinnfreie Kommentare zurückgreifen muss, um sich seines Verstandes zu bedienen und sich zu empören..

Der Text hat mir schon den Abend sehr versüßt und ich bin froh, dass ich endlich mal wieder einen Kommentar schreiben durfte. Dieser ist sinnvoll.