Wednesday, February 25

Plattentektonik Eins

Ich sitze vor dem Fernseher und warte auf die Revolution.
Doch der Kasten ist auf stumm gestellt und Claus Kleber bewegt nur im Rhythmus der Bombenanschläge seine Lippen. Ich zähle eins, zwei.

Pause.

Der Kaffee ist kalt und tektonische Platten kollidieren in meinem Kopf. 
Wunder Punkt trifft auf wunden Punkt und da hilft es auch nichts dass Mutter eine Vase voll Lilien auf meinen Tisch stellt und dabei lächelt.

+++


Ich sitze in der Badewanne und lecke mir die aufgeschürften Knie als wäre ich wieder sieben Jahre alt. 
Doch das bin ich nicht und der Terror steht vor der Haustür und hämmert gegen die kaputte Klingel. 
Eisberge zerschmelzen wie Wassereis in meiner Hand. 
Es ist kalt, die Füße blau und knittrig wie zerknüllte Ideen von gestern Nacht.

Wir sind Nichtschwimmer und sitzen alle im selben Boot. 
Wir sind Nichtschwimmer und haben alle gehofft, dass jemand anderes die Schwimmflügel mitbringt.
Kollektiver Niedergang ist aber weniger peinlich als das eigene, klägliche Scheitern.
Und vielleicht lachen am Ende auch alle. 
Am Ende, wenn wir und unsere Schwimmflügel nur ein weiteres Stück Plastik sind. 
Im Ozean. Irgendwo da.

1 comment:

Karls Sohn said...

Passt so perfekt zu meinen Gedanken...