Wednesday, January 14

Cellophan

Zerissenes Cellophan.
Der Himmel brennt in einem grellen orange, das letzte Liebesgeständis der Sonne,
für uns und für mich. 
Der Fernseher läuft im Hintergrund, das füllt den Raum, 
man fühlt sich nicht so alleine.

Da sind kurz schöne Gesichter mit teuren Kleidern, Blitzlicht,
darauf der Gedanke an giftige Mäuler, die laut gegen den Bildschirm schreien.
Dann wieder Terror.
Unfälle, Mord, Gewaltdelikte und hungernde Kinder.
Während das den Raum stopft, sitze ich auf der Fensterbank und esse Ravioli. 

Da ist eine Fehlstelle in dem Ganzen. 
Eine Lücke, eine Variable in der Gleichung, die fehlt und nicht ausgefüllt werden kann.
Ich schaue runter auf die vollgespuckte Straße, mit Kaugummis aus Kaugummiautomaten.
Aber so lange ich auf der Fensterbank sitzen und kalte Fertiggerichte aus der Dose essen kann,
ist es okay. So lange ich kein Teil der Zahlen bin. So lange nur mein Himmel brennt.



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