Tuesday, November 25

321



Ich will nicht immer nur auf dem Weg sein.
"Du wächst und du musst gießen und gießen, deinen Garten gedeihen lassen, 
erst dann entspringt das Meer in deinem Kopf!"
Aber Weisheiten sind praktisch nicht nutzbar und nur schöne Schrift auf den Wänden der Stadt.
Ich brauche doch etwas zum Greifen, doch da ist nichts und da will nichts kommen.
In meine Hände.

Da ist nur wildes Gestikulieren.
Wirres Herumfahren; ein Satz, der schon vor dem Aussprechen seine Bedeutung verloren hat.
Einer der Gedanken, die im Kopf genial aussehen, ausgeführt aber hinabsinken in den anderen grauen Rest. Ausgetrickst, fast geschafft und dann ja doch nicht.
Dann nur kritische Augäpfel und verzogene Mundwinkel.
Ein unsicheres Lachen.



Ich verstehe den Reiz von Wut.
Es hat etwas euphorisierendes, billiges Adrenalin, das leicht zu bekommen ist.
Wenn da nichts anderes ist, was einen antreibt, ist da dieses Drängen im Kopf, das nur gestoppt wird durch "Benimm dich doch mal." 
Wenn da nichts ist in den Händen, wenn da nichts kommen will.
Greift man zurück. 321.

321.
321.

Das ist doch nicht meine Geschichte, das ist doch nicht was ich geschrieben habe!
Ich bin doch der Protagonist dieser tragischen Erzählung und jemand schreibt da um, was ich mühsam gekritzelt habe in den Nächten! Ich will doch gießen, gießen, gießen.
Und gedeihen auch. Ich zertrümmer Weingläser und verbrenne mir dauernd die Finger.
Aber ist doch alles aus Versehen! Ist doch alles ohne Intention! 
Glauben tut man dir aber nicht. Da sind nur die Scherben auf dem Boden, die du zur Aufgabe jemand anderen gemacht hast sie aufzufegen. Was bleibt dir übrig als für immer aus Plastikbechern zu trinken? 

123.


(Falls ihr euch je gefragt habt wie Notizen von mir aussehen: So.)