Saturday, August 2

Ein neuer Himmel

Während wir mitten über der Großstadt fliegen, ist es unten noch dunkel über den Dächern. Als wäre die Stadt gerne noch etwas länger wild. Wir schweben in einer Art Zwischenebene, in der sich der Himmel schon erhellt und in dieses poetische blaulila hüllt. Als wir dann Richtung Landung ansetzen, scheint es mir, als würden wir den Morgen mitnehmen. "Den morgen danach". Ob die Stadt es will oder nicht. Egal ob sie nach Tomatensaft oder Jackie-Cola riecht. (Notiz vom Flug)
Hier ist alles schön. Auch weil alles ziemlich weit weg ist. Ich lese Bücher, esse dunkle Weintrauben und pflücke Beeren im Garten. Manchmal scheint es mir, als würde sich hier keiner Gedanken machen. 



Großmutter erzählt von ihrer Zeit als junges Mädchen, als sie die Schönste der ganzen Schule war und alle Jungs sich in sie verliebten. Sie aber war anspruchsvoll und willigte erst dann ein, als der Lehrer für russische Literatur vor ihrer Tür stand. (Manchmal hoffe ich, dass ich immerhin ein bisschen bin wie sie.) Die Liebe für das geschriebene Wort habe ich also schon immer im Blut gehabt. 
Nachts ist hier der Himmel so klar, dass man jeden einzelnen Stern sieht. Ich habe aber kein Foto gemacht, weil es viel zu schön war. Stellt es euch einfach vor wie das Apple Hintergrundbild. Küsse