Sunday, July 6

Der verschwommene Blick auf Tatsachen





 Ich habe in letzter Zeit nicht so viele Worte. Die, die ich habe, muss ich behalten. Wie das letzte Stückchen Kreide für eine schon vergessene Tafel mit hässlichen Rissen. (Wenn ich etwas bin, dann ist es jemand, der schreibt. Und gleichzeitig ist es auch genau das, an dem ich am meisten zweifle.) An manchen Tagen ist es wie zu wenig fühlen und zu viel ermüdet herumhängen. Ich stelle mir immer vor wie ein Mann in einem verdreckten und verwaschenen Hasenkostüm mir dauernd hinterherläuft, und den Mittelfinger zeigt, wenn ich vor dem Spiegel stehe. Ich bin wieder in der Situation, in der ich nichts und niemanden ertragen kann. Heute ist einer dieser Tage, an denen ich so unerträglich bin, dass es mich selbst ankotzt. Alles ist einfach nur öde. Und ich habe auch keine Lust Gebrauch von meiner ach so tollen Eloquenz zu machen. Es ist nämlich einfach nur beschissen. Und ich kann es nicht leiden etwas zu veröffentlichen, was nicht ehrlich oder echt ist. Das ist zur Zeit das Einzige, das ich zustande bekomme. Verzeiht. Küsse

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