Saturday, April 26

The comfortability of comfort zones


Ich habe mich schon oft in meinem Leben selbst verflucht, wenn ich gegen meinen eigenen Willen doch auf eine Party gegangen bin, mit Leuten die ich nicht wirklich mochte, Musik, bei der ich den Würgreiz unterdrücke musste, und Gesprächsthemen so flach wie das MacBook, aus dem das Grauen herausdröhnte. Im Endeffekt falle nämlich ich in alte Verhaltensmuster zurück und sitze irgendwo mit einem Bier und Kopfhörern in den Ohren in einem Garten. 
Mich auf neue Menschen einzulassen, fällt mir verdammt schwer. Es mag daran liegen, dass ich trotz meiner Redegewandtheit keine Ahnung von Small-Talk habe (wie geht dieser Scheiß?), doch viel mehr liegt es daran, dass ich gerne in meinem gewohnten und sicheren Umfeld bleibe.   

Ich liebe meine Comfort Zone. Sie ist wie ein mollig warmer Ort voller Zimtschnecken von Oma und warmer Milch. Das Problem ist nur, dass an diesem Ort eben nichts anderes passiert als der Verzehr von übersüßtem Gebäck. Unser Denken ist geprägt von Erfahrungen. Wenn wir also in den immer gleichen Kreisen bleiben, bleibt auch das Denken dort. Wir bleiben zurück. Und das nervt viel mehr als nervige Musik auf schlechten Partys (und kratzt auch ab und an gewaltig an meinem Ego). Wir haben wohl alle Angst, wenn es um neue Situationen geht. Um Ereignisse, bei denen wir aus unserem Schrank steigen müssen; den Staub von den Schultern abschüttelnd. Natürlich kann es sein, dass man die Party trotzdem zum kotzen findet (sprechen wir noch über eine Party?), aber was ist, wenn man an eben diesem Abend das Gespräch seines Lebens hat? Eben weil man nicht in sein altes Verhaltensmuster gefallen ist? Wie oft verpassen wir solche Gespräche, nur weil wir uns nicht getraut haben, ein einfaches "Hallo" herauszuquetschen? Ich bin in meinem Leben manchmal so sarkastisch und ernst, dass ich vergesse, wie viel Spaß es macht, es ein Idiot zu sein. 

Man sollte viel öfter Idiot sein. Viel öfter verrückt. Viel öfter der naive Skaterjunge, der denkt er bekommt beim 23. Mal endlich den Backflip hin. Egal wie oft er eine blutige Nase davongetragen hat. Ich will öfter der Skaterjunge sein. Vielleicht fange ich einfach erst mit einem Ollie an. Küsse    


3 comments:

Anonymous said...

True! Bin mittlerweile öfter mal aus meiner Comfort Zone rausgekrochen und es hat sich oft echt gelohnt. Und selbst wenn eine Party völlig scheiße ist: man kann immer versuchen das Beste draus zu machen.
Also: Into the unknown!

mademoiselle créative said...

Du sprichst mir so aus der Seele! Das ist einfach nur wahr. Erst letztens ging es mir wieder so und natürlich habe ich alles auf die anderen Leute geschoben, die waren langweilig und desinteressiert. In Wirklichkeit war es aber andersherum, ich bin wieder in mein altes Verhaltensmuster gefallen und habe jede Möglichkeit zur Unterhaltung ignoriert und Kaugummi kauend und gelangweilt an die Decke gestarrt. Hallo Selbstmitleid, jetzt ist Schluss! :) x

Anonymous said...

Kommt ein Post zu deinem Aufenthalt in Portugal? : )