Monday, August 19

Friede, Freude, Eierkuchen


Und? Hast du eigentlich schon? Hastig schnappt der Teenager nach Luft um die richtige Antwort dazu zu nennen. Was soll ich denn jetzt sagen? Dieses Szenario stellte ich mir mit einem breiten Grinsen vor, als meine beiden Wahlzeitschriften im Regal ein und die selbe riesige Aufschrift zeigen. Sex. Die bekanntlich schönste und auch wichtigste Nebensache der Welt. In einer Zeit, in der die Jungen immer früher erwachsen werden (wollen) und die Alten immer später alt, steigt die Lust unaufhörlich. Und ich fühle mich wirklich wie Dr. Sommer höchst persönlich das alles gerade zu schreiben. Aber ich gehe wirklich jedes Mal an die Decke, wenn ich so einige Sachen auf Facebook und Co. lesen muss. "Boah, alter! Die will ich knallen!", liest man unter den Fotos von knapp 15 Jahre alten Mädchen auf selbstdarstellerischen Seiten des geliebten blauen Social-Network-Riesen. Und direkt unter diesen Kommentaren der Posierenden in knappen Hollister-Shorts sieht man "Was 'ne Schlampe!". Diese Doppelmoral erschüttert mich jedes Mal aufs Neue.   
Wir, diese ganzen kleinen Gestalten in unseren womöglich besten Jahren, suchen doch irgendwo einfach nach Anerkennung, Bestätigung und eben auch diesem schnulzigen Wort: Liebe. Dieser Weg wird uns aber eben verdammt schwer gemacht. Die Medien bläuen einem ein, dass Sex sells zählt und gleichzeitig gilt man aber sofort als Schlampe, wenn das neue Lieblingsshirt einen weiteren Ausschnitt zeigt. Man ist vollkommen hin und her gerissen zwischen diesen zwei Dingen, die einen dazu quasi schon zwingen, sich erst gar keine eigene Meinung zu bilden. Und so sitzen viele dieser hin und her Gerissenen vor ihrem Bildschirm und tippen böse Kommentare. Doch nur weil ein Mädchen - oder ich pflege es zu sagen Frau, sich freizügig anzieht, oder sie gerne einfach öfter ihren Bettpartner wechselt, hat niemand das verdammte Recht sie ein Schlampe zu nennen. Es ist nämlich ganz allein die Entscheidung und geht überhaupt niemanden etwas an. Easy as this. Denn das Tolle ist ja, jeder hat diese unglaubliche Möglichkeit zu tun und zu lassen was er möchte. Und das ist ja gut so. 

Gerade durch Plattformen wie Instagram, Twitter und Co. fangen immer mehr Menschen an, sich mit dem Leben anderer mehr zu befassen, als mit dem eigenen. Doch ist es nicht wunderbar, dass wir selbst alle mit einem gesegnet sind, und dieses auch eben wie die ganzen Mädchen in Hollister-Shorts gestalten dürfen wie wir wollen? Also an alle fleißigen Hater: nehmt doch mal das Leben anstatt der Maus in die Hand! Und hast du schon? Zur Hölle mit den Menschen die so einen Scheiß fragen. Die, die es wissen sollten, ob man denn schon im heiligen Reich der Befriedigung war, tun es schon. Küsse

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