Monday, August 5

Die Zeit die fehlt und rennt



Dieses Gefühl, dass man in etwas über einem Jahr 18 wird, ist mehr als beängistend. Besonders wenn man sich in manchen Momenten noch fühlt wie ein Kleinkind, das im Supermarkt die Mutter verloren hat und voller Tränen nach ihr schreit. Verdammt, denke ich, immer wenn ich beim Postmann unterschreiben muss und immer noch herumkritzel wie bescheuert. Mit Worten war ich immer ganz gut, aber wenn es darum geht denn etwas nicht gerade gekonnt mit schicken Worten zu umschreiben, scheitere ich grandios. Fakt ist: bald bin ich volljährig, Abi in der Tasche und von mir wird erwartet, dass ich meine Zukunft selbstsicher in die Hand nehme und wie der Phoenix persönlich in die Erwachsenenwelt schreite. Fakt ist aber auch, dass ich keine Ahnung habe, wie ich das anstellen soll. Und dann werde ich völlig panisch und denke mir: Welcher Idiot hat überhaupt entschieden, dass man mit 18 schon erwachsen sein soll? Und was bedeutet das überhaupt? Dass man sich Milch und Dosenravioli selber kauft und in den eigenen verdreckten Kühlschrank stellt? Wer weiß denn schon was das ist? Jedenfalls wird es von uns erwartet. Benimm dich doch mal deinem Alter entsprechend, spuken die Worte meiner alten Mathelehrerin im Kopf umher. Müssen wir denn überhaupt schon so weit sein?  

Fertig werden. Schneller. Besser. Weiter. Das wird von uns verlangt. Wo bleibt da denn die Zeit für das Wichtigste? Und zwar zu leben? Die verrückten Dinge, die uns ab und an durch den Kopf gehen, und uns neugierig machen nach mehr sind so kurzlebig. Und so wird man erdrückt von einer gigantischen Hand und ein kleiner Traum nach dem anderen wird zerklatscht wie eine Eintagsfliege. Wir haben sie doch, die unzähligen Möglichkeiten. Nur sind es so unglaublich viele, dass wir garnicht wissen wohin mit uns. Eine riesige Mind-Map müsste man sich machen. Wer bin ich? Was will ich? Wo komme ich her und wo will ich hin? Das weiß ich nämlich gerade mal so halb.

Im nächsten Moment denke ich mir aber, dass es vollkommen in Ordnung ist ein wenig verwirrt zu sein. Und
auch noch nicht genau zu wissen wo man in ein Paar Jahren landet. Sonst wärs doch langweilig? Es ist auch vollkommen okay sich nicht in und auswendig zu kennen, denn es ist viel schöner jemanden anderen zu haben, der das tut. Besonders ist es okay, noch nicht erwachsen zu sein. Denn wenn man das schon gänzlich ist, muss da irgendwas gehörig schief gelaufen sein. Zwischen Höhen und Tiefen sollte man sich Platz zum Atmen lassen. Und besonders auch für die Dinge, die einen lebendig halten. Was auch immer es ist. Ich bin noch so jung, denke ich mir. Doch es braucht eine gehörige Portion Mut sich an alles Neue zu wagen, was jetzt bald kommt. Und auch ich habe Angst. Aber das ist okay. Vollkommen okay. Seit man nicht perfekt sein muss, kann man immer hin sein Bestes versuchen eine verdammt gute Zeit zu haben. Auf seine eigene Art und Weise. Küsse

1 comment:

Anonymous said...

saté :)